Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf!

Back to the Roots! Heute gibt es wieder die nackten Trainingsfakten, schluss mit Gewinnspiel und Co. Nach dem Rennen ist schließlich vor dem Rennen und das will gut vorbereitet werden!

Die Woche nach dem Rennen in Marburg hatte ruhig begonnen. Regenerieren und Krafttanken waren die ersten Tage angesagt.
Kurz zusammengefasst:

So, 06.05 12km DL1 50:00min
Mo, 07.05 20km DL1 82:13min
Di, 08.05 V:15km DL1 60min mit Fahrtspiel (18 Antritte zwischen 50m bis 100m, 2x30m Lauf ABC N: 9,5km DL1 in 40:18min
Mi, 09.05 19,3km DL2 in 73:09min letzten 3km Endbeschleunigung, 10x100m Steigerung auf dem Rasen
Do, 10.05 V: 30x100m bergan Technickläufe-Abdruck langes Ein-,Auslaufen mit 5 Technikläufen a 100m N: 11,5km DL1 in 47:00min mit Stabilisierung
Fr, 11.05 19,5km DL1 in 78:00min
Sa, 12.05 19,3km DL2 in 69:44min letzten 3km Endbeschleunigung, 10x100m Steigerung auf dem Rasen
So, 13.05 V: 15x200m bergan Technikläufe-Abdruck sehr langes Ein-,Auslaufen mit 5 Technikläufen a 100m N: 9km DL1 in 38:00min
Mo, 14.05 24,5km DL1 in 97:45min
Di, 15.05 V: 20x300m Tempoläufe in 50,4s Trabpause 88sec. N: 11,7km DL1 in 48min

So sahen die letzten 10 Tage nach Marburg aus. Der Sonntag nach dem Wettkampf verlief super! Voll mit Adrenalin und immernoch Spannung machte ich mich auf dem Weg. Während des Laufens kreiste immer eine 28:59;67min durch meinen Kopf. Das ist bis zum heutigen Tag so und erleichtert das Training ungemein. Aber schon am Montag kündigte sich der berüchtigte zweite Tag nach dem Wettkampf an und die Beine wurden schwerer.

Die Planung der 29 Tage zwischen den beiden 10.000m Läufen ist so ausgelegt, das mehr oder weniger all das, was in der Vorbereitung über einen längeren Zeitraum angesprochen wurde jetzt kurz angetippt wird, um die Fähigkeit wiederherzustellen bzw. nur noch einmal ins Gedächtniss zu rufen. Zu Beginn die längeren Läufe gepaart mit KA. Besonders wichtig sind die Technikläufe, da sonst in den ersten Tagen nach dem Wettkampf, wo es vielleicht schwer geht und nur “abgeschlichen” wird zu einem Verlust der Motorik kommt. KA-Phase ist also abgeharkt! Heute ging es schon auf die Bahn mit dem Ziel: Rhytmus finden! Ich muss sagen: ” Ich habe ihn gefunden,”

Jetzt eine Info, auf die Ihr sicherlich brennt!
André ist gut aus seinem Traininglsager (Italien) zurück. Wie es dort gelaufen ist und was danach passiert ist, wird er euch morgen berichten. Er war in den letzten Tagen viel unterwegs, um seinen Laufstill zu analysieren und Fehler im System zu minimieren.
Stay tuned!

Hagen

Und jetzt noch eine abschließende Frage: ” Wollt ihr diesen Block wirklich zweiteilen”? Diese Frage tauchte in einem Kommentar auf.Ich bin ganz stark dagegen und aus diesem Grund wird es nicht heute und auch nicht morgen passieren. Solange, wie André mich als “Blockmade” duldet bleibe ich hier. Ein Homepage ist doch erst interessant, wenn ständig Bewegung auf ihr herrscht. Somit habt ihr mehr zu lesen und eventuell mehr Abwechslung durch unterschiedliche Schreibweise oder ähnliches.

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Lieber Leser, deine Hilfe ist gefragt!

Wir befinden uns zur Zeit im Endspurt des Videowettbewerbes von Leichtathletik.tv.

“Auf dem Weg in die Olympia-Saison 2012″
Spannende Erlebnisse, kuriose Begebenheiten oder einfach nur Spaß im Trainingslager…

Nach dem Teilnahmeschluss am 01.05 wurden aus den 21 eingereichten Videos die Top-10 von einer Fachjury auserwählt. Bei der Premiere als Regisseur, Szenenbildner, Kameramann, Tonmeister und des Schnittmeisters, ist es uns gelungen, mit Video 6 “Wir in Mexiko” in die Runde der Auserwählten einzuziehen.

Seit dem 02.05 kann jeder für sein Lieblingsvideo voten und  es somit zum Sieg führen. Es sei vermerkt, das jeder nur eine Stimme hat. Hier wird deutlich, wie wichtig deine einzelne Unterstützung ist. Du kannst das sogenannte Zünglein an der Waage sein! Also sofort auf

http://www.leichtathletik.de/index.php?SiteID=919
Dort für Video 6 “Wir in Mexiko” stimmen!

Es kann noch bis Montag, den 13.05.2012 abgestimmt werden. Die zahlen der Leserschaft, Fans und Verfolger hat sich  innerhalb eines Jahres grandios entwickelt. Wir wissen also auf wie viele Stimmen wir zählen können.

Jetzt den Computer an und ran an die Wahlurne. Es sei den, du hast schon abgestimmt… Vielen Dank dür deine Stimme.

André & Hagen

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Marburg, den 05.05.2012……. geil!

Die letzten 5 Monate waren läuferisch gesehen die Aufregendsten meines Lebens. Das Studium muss ein Jahr ohne mich auskommen und ich trauriger Weise ohne das Studium. Der Grund dafür sind, wie schon bekannt, die Europameisterschaft in Helsinki vom 27.06 bis zum 01.07 mit Höhepunkt 10.000m am 30.06um 21 :00 Uhr. Die Jahresplanung durch den Bundestrainer Ron Weigel mit den Trainingshöhepunkten in Portugal und besonders Mexico, waren ideal um Leistung zu produzieren und liefen perfekt. Die kommenden Vorbereitungen werden ich nach diesem Muster fortführen. Ich konnte seit Mitte Januar jede Trainingseinheit wie geplant realisieren.

Nach den letzten wichtigen Einheiten 8x1000m (23.04), 2x8x400m (27.04) und 5x400m–1x1000m–4x200m Steigerung (01.05) kam André 3 Tage vor dem Wettkampf beim gemeinsamen Frühstück mit Taktikbesprechung zu folgendem Fazit: “Wenn du kein Psycho bist, kannst du die Norm laufen.” Ich konnte da nur grinsen. Nicht weil ich das für unmöglich hielt, sondern zum einen, weil sich die Steigerung der PB von 30:15min auf 28:41min Hammer anhört. Einfach mal so die 29 überspringen. Zum anderen, weil mein letzter Wettkampf gepflegte 8 Monate zurück lag. Es war kein geringerer als die DM über 10km, die ich auf Platz 28 mit 31:13min beendete. Bei meinen letzten Rennen, sei es auf der Bahn oder Straße konnte ich nie das zeigen, was im Training erarbeitet wurde. Zwei Wochen vor dem Höhepunkt habe ich mich oft perfekt gefühlt, in der letzten Woche änderte sich das Gefühl und meine Beine wurden fest. Kopfproblem? Somit kommt Andrés Aussage nicht von irgendwo. Diesmal war das anders und mein Verhältnisse zum 10.000m Rennen auf der Bahn nach 2009 (32:22min) sollte sich ändern.

Ich bin schon am Donnerstag angereist, um einen Tag zwischen der 450km langen Fahrt und dem Rennen zu bringen. So konnte ich auch meine letzte Einheit im Stadion absolvieren und mich mit der Umgebung anfreunden. Am Abend folgte die Auswertung am Telefon.

André: wie war das Training, wie das Gefühl?
Hagen: Training war gut, Gefühl besser als gestern! Die Spannung kommt und wenn sich das Gefühl morgen nochmal bessert, dann ist es perfekt!
André: sehr gut!

Wettkampftag! Ich war schon 6:30 Uhr wach, der Schlaf hat in dieser Nacht ohne mich stattgefunden. Spät Frühstücken wollte ich, um dann 14 Uhr eine Portion Nudeln zu essen und Punkt 17 Uhr….. (Achtung, alle die sich wegen  Werbung beschweren bitte eine Zeile überspringen) meinen finalen Snack, einen Forever Fast Break Riegel zu mir zu nehmen. Die Zeit wollte nicht vergehen! Ich lag im Bett, besuchte noch den Blumenmarkt im Dorf, der mit seinem 6 Ausstellern ein “Highlight” war. Das sagte mir zumindest die freundlich Frau an der Rezeption. Endlich, 17:00 Uhr! Ich guckte mir noch die Marathonreportage auf NDR an, um Fluidum aufzusaugen… meine Erwartungen wurden jedoch schon gedämpft, als die Überschrift über den Bildschirm sauste: “Fitschen-und der Traum von Olympia”. Also mir hat der Regisseur beim Dreh in Portugal was anderes gesagt. Jedenfalls war es ein wenig ernüchternd, den Film zu gucken. Dann ging es zum Stadion, wo ich in Ron seinem Schlafsack, der zufällig im Auto lag eine weitere Stunde ausharrte und beobachtete. Im Stadion war bei den herrschenden Temperaturen von 9 Grad gähnende Leere. Die Vorraussetzung waren an diesem Tag aber perfekt. Der DLV stellte noch einen Tempomacher und somit war der  leichte Wind nicht von Relevanz.

- Einlaufen…. der Psycho hat noch keine festen Beine…. sehr gut
- 2 Steigerung in Turnschuhen…. ok
- Spikes an, noch eine Steigerung…. geil

Ich reihte mich an siebenter Position ein und versuchte, sauber zu laufen. Im Oberkörper groß und die Arme aktiv einsetzen. Erster Kilometer 2:54! Nach 2 Kilometern schien der vor mir Laufende abzureisen. Kurzerhand reihte ich mich vor ihm ein und beobachtete das Feld. Ich sollte das Renngeschehen verfolgen und immer wissen, was im Feld passiert. Dieser Vorgang sollte sich wiederholen, bis ich mich auf Position 3 vorgearbeitete hatte. Nach 3 Kilometern zeigte die Uhr 8:41min, bei 4 war der Tempomacher dann aus dem Rennen. Ich stelle mich darauf ein, das es jetzt mit steigender Müdigkeit hart werden würde. Von Müdigkeit verspürte ich nichts. Das Rennen lief perfekt, nach 5.000m in 14:30min war die Führungsgruppe noch 4 Mann stark und das Rennen wurde mehr  und mehr zu einem taktischen Kopfspiel. Als die vor mir laufenden wieder auf Bahn 2-3 liefen und warteten, dass jemand anderes das Tempo bestimmt, ergriff ich die Initiative und verschärfte. Vielleicht war ich hier zu nervös und hätte lieber hinterher laufen sollen aber ich konnte mit dem Tempo spielen und wollte es jetzt wissen. Nachdem Christian zurück fiel, waren wir noch zu zweit. Als ich das merkte war mein erster Gedanke “Jetzt das Tempo hochhalten, dann hast du Silber sicher!” Ein zweiter Gedanke kam nicht und so rannte ich einige Runden vorne und wollte mich mit Philipp eigentlich abwechseln. Ich ging mehrere Male auf Bahn zwei, um deutlich zu machen “du bist dran” Er wollte aber nicht und entschied sich für eine Attacke, der ich nicht folgen konnte. Den Schalter konnte ich nicht so schnell umlegen, mit dem Antritt hatte ich nicht gerechnet. Super Leistung Philipp, Glückwunsch! Ich hielt die Pace bis ins Ziel und  kam nach 28:59;67min ins Ziel, Bestzeit! Es war verrückt, Olaf Beyer kam die Absperrung herunter gesprungen und jubelte mit mir.

 Das erste Mal bei einer DM auf dem Podest!

Ein geniales Gefühl und eine Verbesserung über die Distanz von 25 Runden um 75 Sekunden. Nach Siegerehrung und Dopingkontrolle starteten wir die Motoren um kurz nach 23:20 Uhr und waren dann 4:00 Uhr zu Hause. Ich konnte nicht schlafen, die Beine haben noch gekribbelt und um 5:50 Uhr stand ich wieder auf. Ein großen Dank an die Crew vom Potsdamer Laufclub, die die lange Reise auf sich genommen haben. Danke für die tolle Unterstützung!
Mein größter Dank geht aber an André! Er hat mich unterstützt wo er nur konnte. Trainingspläne ausgetüftelt, Laufstil analysiert und verbessert. Ohne Dich wäre diese Leistung nicht entstanden!  Du hast mich perfekt auf diesen einen Tag vorbereitet, nicht nur physisch sondern auch psychisch.
Olaf Beyer hat mir das Training mit André  erst durch seine jahrelangen Betreuung seit 2007 möglich gemacht. Danke Coach
Und ohne die Unterstützung meines Papas hätte ich nie die Möglichkeit bekommen dieses Jahr wie ein Profisportler leben zu können. Danke Dad

Wie geht es weiter? Es ist ja eigentlich nichts passiert außer eine neue PB. Es geht also weiter! Die Norm habe ich noch nicht erfüllt, dafür steht jetzt nur noch eine Chance bereit. Somit werde ich entweder am 30.5. in Wageningen (Niederlande) starten oder beim Europacup 10.000m in Gerona (Spanien) am 02.06. Für mich wäre es das Größte, mit André zusammen zur EM zu fahren und in einem Lauf, als Team für Deutschland zu starten.


Eine weitere Frage wurde am Samstag beantwortet…. ich bin kein Wettkampfpsycho ;)
Info’s folgen!

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Sprint-Training in Latsch

Wie angedeutet befinde ich mich gerade in Italien, näher bezeichnet in Latsch.Ich habe mich einem sehr guten Freund und dessen Trainingsgruppe angeschlossen: Eine 15-köpfige Sprinter-Gruppe. Was hab ich da nur zu suchen? Sprinttraining ist für Marathon genauso sinnfrei wie für 10.000m…Und damit wende ich mich heute speziell an Melanie, die mit ihrem Kommentar, was ich schon wieder im Trainingslager will und warum ich nicht zuhause trainieren kann, meine Aufmerksamkeit geweckt hat:

“War ja klar, Andre. Mal wieder ein Trainingslager. Mann oh mann. Wenn du im Mai bei akzeptablem Wetter nicht mal in Deutschland trainieren kannst, dann tust du mir leid. Dieses Trainingslagergeschiss ist m.E. mit ein Grund für das Versagen im deutschen Männermarathonbereich…”

Hallo Melanie, DU tust mir leid, dass du nur einen so monoperspektifischen Zugang zu Traininglagern hast: Wenn es zuhause zu kalt ist, fährt man dort hin, wo es warm ist? Dann hast du leider keine Ahnung von Leistungssport. Es geht dabei um Rahmenbedingungen (wozu auch das Wetter gehört), wie unter anderem Betreuung, Trainingsbedingungen, Physiotherapie, und und und.

Ich habe mich dieser Gruppe angeschlossen und bin hierher gefahren, weil dieser Sprinttrainer ein Perfektionist im Bereich Lauftechnik ist. Er sieht Fehler, die den wenigsten auffallen und ist in der Lage, diese zu korrigieren. Er steht zusammen mit dem Physiotherapeuten, der mich seit Jahren kennt und behandelt, auf dem Platz und beide schauen mir beim Training zu: Der Coach korrigiert und meckert, schreit und lobt und im Anschluss prüft der Physio sofort, ob die Hüfte frei ist, ob ich mir Blockierungen reingelaufen habe und natürlich kann er sofort eingreifen und behandeln, wenn ihm Dysbalancen auffallen oder Muskeln lockern. So stelle ich mir professionelles Arbeiten im Leistngssport vor. Leider auf Dauer unbezahlbar!

Aber für ganze 8 Tage kann ich dieses perfekte System, was durch die Schwimmhalle, die Sauna, durch abgestimmtes Essen, durch absolute Ruhe und positive Stimmung ergänzt wird, nutzen, um erarbeitete Strukturen zu festigen. Mein Ziel ist es, dann zuhause auch ohne die tägliche Kontrolle des “Technikfreaks” sauber trainieren zu können und somit die tägliche Behandlung des Physios unnötig zu machen. Dazu muss ich hier ein neues Bewegungsmuster erlernen, was mit 29 Jahren nicht mehr so einfach ist. Aber wir kommen voran.

Um das alles ein wenig abzuschwächen, weil ich schon wieder Stimmen laut werden höre, die zurecht sagen: Neue Technik-Verletzungsgefahr! – wir jammern natürlich auf sehr hohem Niveau und die es sind kleine, aber entscheidende Details, die an meinem Laufbild verfeinert werden. Und zwar nur zu dem Zweck, Verletzungen vorzubeugen und weiter zu ökonomisieren.

Das Training besteht hauptsächlich aus kurzen Technikläufen, aus viel Dehnung, Kräftigung, Stabilisierung, hin und wieder auch aus Dauerläufen und langen Schwimm-Einheiten, aus Saunabesuchen und Mittagsruhe…

 

 

 

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HAAAAAAAGEEEENNNNN!!!!

So oder ähnlich haben sicherlich seine Freunde und Fans heute gebrüllt, als Hagen in Marburg bei den Deutschen Meisterschaften 10.000m gelaufen ist! Und Hagen ist bombastisch gelaufen. Er fährt mit einer 28:57min einen 2.Platz ein und macht einen riesen Schritt nach vorn. Hagen wird in den nächsten Tagen das Rennen hier auswerten, ich gebe euch nur diese kurze Info, die er mir am Telefon geben konnte. Ich saß völlig gespannt in Italien/Latsch im Trainingslager und war vielleicht mehr aufgeregt als er. Morgen schreibe ich euch in Ruhe, wie mein Trainig verläuft, aber heute gehört meine größte Anerkennung der absolut starken Leistung meines Trainingspartners Hagen Brosius: Mein Freund, das hast du so geil gemacht!!!

Herzlichen Glückwunsch!!!

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Es geht immer weiter …

Der Metrogroup Düsseldorf Marathon 2012 ist Geschichte, ebenso der Marathon in Hamburg. Die Ergebnisse sind bekannt und schlicht weg ernüchternd und enttäuschend. Ich  habe es nicht einmal geschafft, an den Start zu gehen. Auf der Seite hier passierte auch nichts mehr, außer das euer Unmut verständlicherweise immer größer wurde. Einiges gilt es aber kurz aufzuklären, bevor das Projekt London beendet wird…
Wenn man Probleme in der Vorbereitung auf einen Marathon bekommt, der darüber entscheidet, ob man zu den Olympischen Spielen fahren darf, dann setzt automatisch der Frust ein. Anfangs denkt man, dass es noch zu retten ist. Die Ernüchterung folgte bei mir recht rapide und ich musste in Mexiko realisieren, dass die Chance vergeben ist. Diese Realisierung ist nicht einfach. In einem fernen Land, wo man in dem Moment ans Haus gefesselt ist und nichts gegen die weiterlaufende Zeit und die Schmerzen unternehmen kann, ist all das umso schwerer. Ich wollte Türen eintreten und Leute anschreien. Zum Glück war Hagen da, der mich in dieser Phase so gut es ging unterstützte. Immer wieder hatte ich überlegt, ob ich etwas auf meine Seite poste, den Lauf der Dinge schildere und ich hatte auch das Bedürfnis, mich für mein Unvermögen, so wie ich es zu diesem Zeitpunkt einschätzte, zu entschuldigen. Aber so einfach ist das oft nicht. Ohne klare Diagnose schon gar nicht. Ich wurde auch schon oft dafür „bestraft“, vorzeitig unklare Dinge öffentlich zu machen, einige Verpflichtungen zwingen mich einfach, Stillschweigen zu bewahren.
Trotz aller Umstände, die eine Pause auf meiner Seite rechtfertigten möchte ich mich bei euch ganz herzlich entschuldigen und ich bedauere es sehr, einige Leser verloren zu haben. Versucht mich zu verstehen: Wenn Träume platzen braucht man Zeit für sich selbst.
Jetzt, wo klar ist, dass ich nicht nach London fahren werde, wo auch klar ist, was meine Probleme waren, wo die Fehler lagen und was ich mit viel Hilfe nun angehen werde, kann ich hier auch wieder aktiv werden und euch in den nächsten Tagen mit Informationen füttern. Vorab sei einigen von euch die Illusion rauben, dass London noch über eine 10.000m Qualifikation möglich wäre. Man muss realistisch bleiben, die Zeit ist einfach viel zu kurz.
Heute, jetzt und hier, alles aufzuarbeiten und zu erklären wäre eine deutliche Reizüberflutung, sodass ich mich zunächst darauf beschränken möchte, euch zu sagen, dass es weiter geht. Auch noch in diesem Jahr. Zu eurer Beruhigung sei gesagt, dass ich schmerzfrei trainieren kann und dass ich an vielen Sachen arbeite. Lasst uns in den nächsten Tagen und Wochen alles aufarbeiten, ich beantworte gern eure Fragen und werde euch nach und nach genau erklären, was passiert ist und wie jetzt der Fahrplan aussieht. Ich danke euch für euer Verständnis in den letzten Wochen und verbleibe mit sportlichen Grüßen
Andre
P.S.: Projekt London ist damit zwar beendet, aber ein neues steht schon in den Startlöchern…

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Wir hängen in den Seilen…

Ja, was könnte da wohl los sein…? Berichten wir zunächst vom gestrigen Training auf 2800m Höhe in unserem bevorzugten Wald: Als ich aus dem Auto ausstieg wusste ich, dass es an diesem Tag besser laufen sollte. Das Gefühl war ein ganz anderes als in den letzten Tagen. Ich hatte einfach mehr Druck in den Beinen. Und so stellte sich auch das Training dar. Durch die abwechslungsreiche Streckenführung, durch das ständige Auf und Ab, durch Schrittwechsel, Rhythmuswechsel und auch Tempiwechsel ist es äußerst schwierig, diesen DL/KA zusammen zu gestalten. Jeder muss seinen eigenen Schritt finden und mit der Strecke zurecht kommen. Deshalb liefen wir getrennt voneinander. Als wir dann beide im Ziel waren, werteten wir das Training sofort aus und waren gleicher Meinung: Ein guter Trainingstag!

Hagen : 15,7km DL/KA (63:03‘ – 4,15m/s – 4:01min/km)

Andre : 19,5km DL/KA (75:35‘ – 4,30m/s – 3:52min/km)

Am Nachmittag dann wie üblich 10km DL/Komp. im Park Alameda und folgende Nachbereitung :

2x30m LaufABC / 5x100m STL – 3x100m RW – 2x100m TL

15‘ Kräftigung/Stabilisierung

Ein Foto soll das verwendete Trainingsmittel dokumentieren, mit dem der ganze Körper, vor allem aber unsere Bauchmuskeln trainiert und stabilisiert werden sollen. Ich kann mich erinnern, dass ein Leser Bildmaterial forderte…

Heute ging es zum ersten Mal auf die Bahn im “Centro Deportiva” in Toluca. Kostenloser Zutritt, aber kostenpflichtiges Parken. Verkehrte Welt. Das Stadion war leer, wir waren die einzigen, die sich in der prallen Sonne (und man kann auch durchaus von Hitze sprechen) schinden wollten. Wenn mich einer mitten im Programm gefragt hätte, ob ich das wirklich grade unbedingt will, kann ich nicht versichernd ein „Ja“ dokumentieren, denn Tempoläufe hier oben sind einfach elendig hart! Es macht keinen Spaß! Das ist einfach die Situation und die Wahrheit. Man atmet schon nach wenigen Metern richtig frequent und trotzdem bekommt man zu wenig Sauerstoff in die Zellen. Das akkumuliert sich dann mit jedem Meter nach oben und jeder Lauf ist ein Kampf gegen sich selbst. Man muss sich bezwingen, um nicht aufzugeben. Wir haben auch nicht aufgegeben, waren aber froh, als es vorbei war:

10x1000m (Hagen 8x800m, 2x1000m) :

3:05‘ – 3:05‘ – 3:04‘ – 3:03‘ – 3:04‘ – 3:05‘ – 3:03‘ – 3:03‘ – 3:02‘ – 2:59‘

Die Trabpause bewegte sich immer im Bereich um 3 Minuten, meistens knapp drunter. Die Zeiten sind zufriedenstellend, wenn gleich der Trainer sich über 2 Läufe mehr noch mehr gefreut hätte. Aber das Optimum war heute einfach bei 10 Läufen erreicht.

Die Regeneration fand heute ausnahmsweise nicht im Haus bei ausgiebigem Mittagsschlaf statt, sondern bei Starbucks, wo wir das kostenlose Internet ausnutzend „nach Hause telefonierten“…

Und schon war die Zeit für die 2.Einheit auch wieder gekommen. Im Park Alameda liefen wir noch

Hagen: 10km DL/Komp.

Andre: 15km DL/Komp.

Auffällig dabei war: Das Laufgefühl hatte sich durch die 1000er verbessert. Es war die angenehmste Nachmittags-Einheit bisher. Das letzte Foto soll aber nochmal dokumentieren, dass es hier alles andere als ein Ferienlager ist. Knallharte Arbeit steckt dahinter, und die Erschöpfung steht uns oft ins Gesicht geschrieben…

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Warum Bäume wachsen…

Nach intensiver Befragung von 100 Bäumen, konnten wir folgendes repräsentatives Ergebnis festhalten: 10% der Befragten verweigerten die Aussage, 45% verstanden die Frage nicht (Anmerkung: es liegt wahrscheinlich daran, dass neben der Amtssprache „Spanisch“ auch 62 indigene Sprachen als offizielle Nationalsprachen anerkannt sind) und der Rest war sich uneinig, ob es am Klima liegt oder ob nur dem Smog der Kampf angesagt werden müsse, den es in den Alpen nicht gibt!

Auch eine google-Anfrage „Bäume+Mexico“ brachte kein eindeutiges Ergebnis, denn  Mexico hat mehrere Klimazonen. Also ich persönlich schiebe es ja darauf, dass in den Alpen auf 2700m Höhe Minusgrade herrschen, während wir hier bei rund 25°C trainieren. Dabei laufen wir selten auch an Palmen vorbei.

Wissenschaftlich betrachtet befinden wir uns in einer gemäßigt-semihumiden Klimazone mit einer Jahresdurchschnitts-temperatur von 13,5°C. Mexico ist eines jener 12 Länder, die zu den Biodiversitäts-Hotspots zählen, bedeutet also Artenvielfalt in Flora und Fauna. Auf etwa 4000m Höhe befindet sich hier Baumgrenze.

Aber Spaß beiseite, reden wir lieber darüber was wir in den Wäldern, wo immer sie nun auch ihren Ursprung haben, so leisten…

Inzwischen sind wir in ein Häuschen umgezogen und können nun endlich in der Küche selbst aktiv werden. Die letzten Trainingstage waren für mich durchwachsen! Zufriedenstellend waren dabei die Dauerläufe am 21.3. im Park Alameda (2700m): 20,8km – 4,38m/s (3:48min/km) und der heutige Lauf über 30km – 4,41m/s (3:46min/km). Beide Einheiten liegen genau im angestrebten Geschwindigkeitsbereich (4,3-4,5m/s) und tendenziell wird der Aufwand dafür immer geringer, was natürlich auf die Anpassung an die Höhe zurückzuführen ist.

Unzufrieden bin ich mit meinem „Geburtstags-Training“ auf 3200m: Dort sollte schon die erste 30km kommen, wenn auch ganz locker. Aber an diesem Tag fühlte ich mich richtig müde und schlapp und stoppte die Einheit nach 25km – völlig genervt von der eigenen „Inkompentenz“ an diesem Tag. Außerdem habe ich noch nicht das richtige Spannungsgefühl, meine Beine sind eher lasch oder weich, trotz einiger Bergläufe (10x200m) am gestrigen Tag eingebettet in 10km Einlaufen in 4,3m/s und 5km Auslaufen. Dieser Zustand stimmt mich auch nicht ganz zufrieden aber ich denke das ist alles „behebbar“…

Hagen hatte ganz ähnliche Eindrücke: Seine 15,6km am 21.3. waren ebenfalls sehr gut, während er gestern das gleiche Problem der laschen Beine hatte. Heute hat er sich wieder deutlich besser gefühlt und konnte 20,8km ebenfalls in 4,4m/s durchziehen und dabei noch eine schöne EB gestalten: 1km in 3:18min.

Übermorgen soll es nun endlich soweit sein: Die ersten Tempoläufe nach 10 Tagen Aufenthalt dürften keinesfalls zu früh kommen. Dennoch habe ich Respekt davor und wichtig wird sein, dass sich das Programm sozusagen selbst entfalten kann…

Die letzten Tage etwas genauer:

Mittwoch: 20,8km 4,38m/s, Nachmittag: 10km DL/Komp. 5x100m STL

Donnerstag: 25km DL1, locker, Nachmittag: Ruhe

Freitag: 10km EL(4,3m/s), Gym, LaufABC, 10x200m KA, 5km AL, Nachmittag: 15km Fahrtspiel

Samstag: 30km DL2 (4,41m/s) 1h53min20sek, Nachmittag: 10km DL/Komp.

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Bildergeschichte

Der Verkehr war wie immer nicht zu knapp, trotzdem erreichten wir pünktlich unser Trainingsgebiet…

Leider war der bisher genutzte Eingang verschlossen, aber dank Hagens “Einbrecher-künste” konnten wir trotzdem in den Wald vordringen…

Am Startpunkt der Runden angekommen, wurden schon Getränke für uns vorbereitet, auf die wir allerdings mit einem freundlichen Lächeln verzichteten…

 

Wir liefen auf zwei verschiedenen Runden: 3,8km und 2,7km. Beide Runden sind gut profiliert und abwechslungsreich…

Das Training verlief so wie geplant auf 2800m Höhe: 15,7km DL/KA in 4:08min/km mit leichter EB und wie immer schöner Nachbereitung. Auch mexikanische Läufer waren auf der Runde anzutreffen…

Wir erklärten beide diesen Wald als absolute Lieblingsstrecke…

Die wunderschönen Bilder verdanken wir alle unserem Betreuer zugleich bekanntem Fotografen Olaf Möldner…

 

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Anpassungsphase

„Unterwerfen wir unseren Organismus unvergleichlichen Bedingungen, so stirbt er-oder überlebt. Überlebt er, so tut er dies mit einer gewissen Immunität gegenüber dem, was dazu bestimmt war, ihn zu zerstören.”

Mit diesem Zitat möchte ich heute einsteigen, um die Anpassung hier zu beschreiben. Vor nun inzwischen 4 Jahren war ich das letzten mal hier im Trainingslager und ich hatte schon fast vergessen, wie hart es hier ist. Ich stelle wieder einmal fest, dass man die Anpassung nicht erzwingen kann, sondern man einfach Zeit braucht, um sich in dieser Höhe wohl zu fühlen, oder sagen wir mal: Zumindest „überlebt“…

Man kann die Anpassung nur methodisch begünstigen, in dem man grundlegende Regeln beachtet:

Regel 1: Bewegung ist Entwicklung! Einfach immer wieder bewegen, belasten und die Trainingszeit ausbauen.

Regel 2: In den ersten Tagen auf keinen Fall zu schnell laufen, nur ganz locker und lieber 10% „verschenken“, als 5% überziehen.

Regel 3: Um motorisch zu bleiben und strukturelle Anpassung zu gewährleisten, sollte man in der Anpassungsphase immer wieder kurze, motorische Akzente setzen, Bsp. hierfür sind LaufABC, Steigerungsläufe, Rhythmusläufe

So langsam finden wir unseren Schlaf- und Trainingsrhythmus. Wir sind immer noch abends zeitig müde und morgens zeitig wach. Aber es wird besser. Und auch die Trainingszeiten sind jetzt etwa so, wie Zuhause. Dabei muss immer im Hinterkopf bleiben, dass wir hier zu den Trainingsstrecken zwischen 10 und 40 Minuten Autofahrt auf uns nehmen müssen.

Aber wenn man dann erstmal auf den Laufrunden ist, dann wird klar, dass es sich gelohnt hat! Wir werden noch einige Bilder von unseren Strecken hier einbinden und euch auch das ein oder andere kurze Trainingsvideo zur Verfügung stellen, damit ihr euch ein Bild von den hier herrschenden Bedingungen machen könnt.

Nun zum heutigen Trainingstag:

Am Vormittag waren wir wieder im Park Alameda 2000 unterwegs, auf einer 5,2km Runde, die wir einst (2006) mit dem Messrad ausgemessen hatten! 4 Runden ganz entspannt:

20,8km – 86:47min (4:10min/km)

Danach ausgiebige Dehnung und Stabilisierung, auch davon werden wir demnächst kurze Sequenzen aufnehmen, denn so ein Video wurde per Kommentar gewünscht. Im Anschluss setzten wir noch einige kurze motorische Reize mit dem allseits bekannten LaufABC.

Soweit, so gut! Das Training verlief problemlos und wir stiegen ins Auto, um ins Hotel zurück zu kommen. Auf der Fahrt überkam mich extreme Müdigkeit. Hagen brauchte ich gar nicht erst zu fragen, sondern ein Blick auf die Rückbank reichte: So wie er im Sitz hing, ging es ihm auch nicht anders. Wir brauchten gute 2h Regeneration bis wir sagen konnten, dass eine weitere Traininsgeinheit möglich ist. Ach ja, die Höhe…

Am Nachmittag fuhren wir in einen nahegelegen Park, der uns mehr und mehr gefällt. Hier ein ganz kleiner Ausschnitt von einer der 4 möglichen Runden zwischen 1000m und 2500m auf unterschiedlichsten Untergründen:

Park Metepec

Wir bewegten uns nochmal ganz entspannt 40min und bereiteten wieder mit Dehnung und Stabilisierung die Einheit nach.

Morgen geht es dann hoch auf 3200m, wo wir 90-100 Minuten auf einer flachen Waldstrecke „joggen“ werden…anders kann man das nicht mehr nennen…

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